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Die Geschichte meiner Trabis           die  links sind für Interessierte!

Der Kontakt zur "DDR" war schon vor der Wende - nämlich 1972. In diesem Jahr besuchten meine Frau und ich Verwandte in Wismar. Für mich eine aufregende Sache. Ich glaube hier wurde der Grundstein gelegt für mein Interesse - ohne, dass ich es ahnte. Der Besuch war übrigens toll - ungezwungen und unkompliziert. Bis auf die Tatsache, dass wir uns im Haus anmelden mussten *ggg*

Ein Auto fiel mir damals besonders auf - wie ich heute weiß ein Wartburg Camping.

Dann war Ruhe bis zum Mauerfall am Donnerstag 09.11.1989. Ich weiß nicht mehr genau wann, aber es muss kurze Zeit später gewesen sein - es war Wochenende und im Radio wurde über die vielen Menschen berichtet, die sich ihr Begrüßungsgeld abholten. Die meisten gingen sofort in die extra geöffneten Geschäfte um es gleich wieder auszugeben. Irgendwie bewegte uns dieser Bericht, weil zwischendurch auch immer Interviews gemacht wurden. So stellten wir fest, dass einige auch nur ihr Geld holten und einfach nur schauten. Achso, ich vergaß zu erwähnen, dass ich in Hamburg wohne. Durch einen Aufruf des Roten Kreuzes, zu den Ausgabestellen zu fahren und sich dort um die Besucher zu kümmern entschlossen wir uns, zum Hühnerposten (damals das Hauptpostamt) zu fahren. Dort war nämlich die Ausgabestelle. "Bewaffnet" mit Kaffe und Kuchen luden wir unsere beiden Söhne (damals 7 und 4) in unseren Mitsubishi L300 Bus und fuhren los. WAHNSINN!!! Tausende von Autos und Menschen in der üblicherweise um diese Zeit leeren Stadt. Nach vielen Runden auf der Suche nach einem Parkplatz, fanden wir eine freie Stelle direkt vor dem Postamt. Aber wie nun die Menschen ansprechen?? Peinlich war's schon irgendwie! Zudem wollten wir natürlich auch eine Familie kennenlernen, die zu uns passte. Langer Rede kurzer Sinn - nach 2 Fehlversuchen sprach ich Leute an, die zwei Töchter hatten, etwa im Alter unserer Söhne. Was soll ich sagen? Auch die wollten nicht kaufen. Und so boten wir uns an, mit ihnen eine Stadtrundfahrt zu machen. Der Mann war früher zur See gefahren und interessierte sich natürlich für den Hafen. Was lag also näher, als eine Hafenrundfahrt zu machen! Die Familie war aus Güstrow - damals keine Ahnung wo das war :-) Wir verbrachten einen wunderschönen Nachmittag und alle waren traurig, dass wir uns am frühen Abend schon wieder verabschieden mussten. Natürlich mit dem Versprechen, sich wiederzusehen. Für eine bis heute haltende Freundschaft war der Grundstein gelegt. Das erste Treffen ging gründlich in die Hose. Wir sind wahrscheinlich auf der Autobahn aneinander vorbeigefahren - sie standen vor Hagenbecks Tierpark und versuchten uns anzurufen und wir in Güstrow und versuchten rauszukriegen, wo sie sind.
Nun gut - Erinnerungen. Ja, die habe ich und zwar sehr deutliche. Dieser Geruch der Zweitakter - TOLL!! Müßig zu sagen, dass wir uns dann regelmäßig besuchten. Ich immer mit ein wenig schlechtem Gewissen, wegen meines großen Autos (alter Angeber?) Und dann verschwanden nach und nach die liebenswerten kleinen Stinker von den Straßen - mein Gott war ich traurig. Mein Freund fuhr einen Trabant601 Universal - den hätte ich gerne gehabt, aber irgendwie hat er das verschlampt :-(  Er kaufte sich ein Westfahrzeug, ohne mich zu fragen, ob ich den Trabi denn nun wirklich haben wollte. Ich hab' nie aufgehört davon zu träumen. Auf einer Feier lernten wir Freunde von ihnen aus Berlin kennen. Als Christo 1995 den Reichstag verpackte, entschlossen wir uns, dieses Spektakel anzusehen und damit auch gleich einen Besuch bei den Berliner Freunden zu verbinden. Hat alles prima geklappt - am Nachmittag standen wir in Blumberg auf dem unbebauten Grundstück, nachdem wir die Freundin und ihre Söhne aus ihrer Wohnung in Berlin abgeholt hatten. So sind etliche Jahre ins Land gegangen, bis ich 2002 besagte Freundin wieder besuchte und mich Hals über Kopf verliebte. Nun bin ich also "Halbossi", wohne zwar noch in Hamburg, bin aber jedes zweite Wochenende in Blumberg.

Was das alles mit dem Trabi zu tun hat?
Nun, der Nachbar gegenüber meiner Freundin besitzt einen himmelblauen Trabi, den ich logischerweise immer sah, wenn ich bei ihr war. Außerdem hatte der Schwager meiner Freundin  einen 601 im Garten stehen (Glanz in meinen Augen) mit Dachzelt (das später auch mir gehören sollte). So erfuhr er von meinem Wunsch einen Trabi zu besitzen. Im Sommer 2003 rief er an und erzählte von einer Anzeige. Da wollte doch tasächlich jemand seinen 601 verkaufen! Nach kurzem Telefonat machte ich mich am 02. August - kurz vor meinem Geburtstag - mit meiner Freundin auf nach Lychen. UMLEITUNG!! War das irre bis wir dort waren und die Adresse gefunden hatten - ich wurde immer aufgeregter :-)  Dann die Enttäuschung, der Trabi stand gar nicht bei der angegebenen Adresse. Also dem Besitzer zum Standort des Objekts meiner Begierde folgen. Die Garage wurde geöffnet und dort stand er: guter Zustand und papyrusfarben. Wir schoben ihn aus der Garage. Etwas angestaubt aber schön! Die Batterie war natürlich am Boden, aber nachdem wir Starthilfe gegeben hatten, sprang das Traumstück sofort an. Jetzt kam der Hammer! in der Garage stand auch noch ein HP500. Den klaubte der Besitzer auch noch hervor. Da stand also ein Gespann - eigentlich so wie ich mir's immer erträumt hatte. Naja, auch der Preis stimmte: 300€. Aber ich wollte ja erstmal nur schauen, hatte also nicht einen müden Euro bei mir *ggg*. Aber meine Freundin hatte, die herzensgute. So wurde auf einem eilends hergesuchten Papier ein Kaufvertrag gemacht und das Teil gehörte mir - ein schönes Geburtstagsgeschenk hatte ich mir da gemacht.
Da stand, beziehungsweise saß ich nun - im Trabi nämlich, den ich 1990 einmal kurz gefahren hatte und sollte 103 Kilometer zurückfahren und das auch noch mit Anhänger! Oha. Bei Lanke, kurz hinter der Autobahn-Auffahrt, machten wir Pause. Ich ließ den Trabi laufen, wegen der Batterie. Aber der wollte nicht so recht, oder ich war zu dusselig, jedenfalls ging er plötzlich aus und wollte ums Verrecken nicht wieder anspringen. Wir standen in der Auffahrt eines Kieswerkes - zum Glück war Sonntag. Meine Freundin musste ihren Sohn zum Fußball fahren und per Telefon war niemand zu erreichen. So fuhr sie denn alleine los und ich musste lange 1 1/2 Std warten, bis Hilfe kam. Meine Freundin brachte ihren Nachbarn mit, der nach kurzem Probieren den Kleinen wieder zum Laufen brachte. Mit mir im Schlepptau ging's dann zurück nach Blumberg. Kaum stand ich mit dem Gespann vor der Einfahrt zum Grundstück, waren alle männlichen Nachbarn draußen. Motorhaube auf und fachsimpeln. Ich stand da wie Pik7, weil ich ja überhaupt keinen Schimmer von dem hatte, was die da erzählten.
Und dann kam der Tipp: wenn du mal Probleme hast, dann fahr zu Hans Freiberger, der repariert das Teil auch noch im Schlaf. Gesagt, getan. 1km zur Werkstatt. Der hat sich gefreut, als er mich sah - ein Wessi mit 'nem Trabi!. So hab' ich das Fahrzeug abgestellt und den Reparatur-Auftrag gegeben. Hat immerhin ein halbes Jahr gedauert, bis mein Trabi fertig war - kurz vor der Vollabnahme hat er dann endlich TÜV und ASU gekriegt. Der Anhänger brauchte aber die Vollabnahme, war aber auch kein Problem. Also 2004 war mein Gespann einsatzbereit. Den Anhänger hab' ich schon Anfang des Jahres mit nach Hamburg genommen. Da die Elektrik nicht richtig funktionierte, hab' ich mich entschlossen sie völlig zu erneuern. Oh Man! Um besser arbeiten zu können, hab ich das gute Stück hochkant gestellt - ich sah nur braun. So kam es dazu, dass ich ihn völlig neu aufgebaut hab'.
Mein Trabi ist von mir erst im Sommer 2004 nach Hamburg gefahren worden so lange hat er in Blumberg gestanden. Die Fahrt war  ein Abenteuer für mich. Mit Dachzelt oben drauf! Über die Landstraße, denn ich wollte nicht Autobahn fahren, ging's. Allerdings ließ sich das nicht ganz umgehen, weil die Fahrt sonst zu lange gedauert hätte. Erstmal drauf, stellte ich fest, wie wunderbar das Teil lief - Spitze immerhin 110. So dauerte die Fahrt nur 5 Stunden und er stand endlich vor meiner Haustür. Nun bin ich also der dritte Mensch in unserer Straße der 'nen Trabi fährt. Wobei: mein Ältester fährt ihn eigentlich öfter als ich :-)

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