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wie alles begann . . .

Alles hat damit angefangen, dass meine Schwiegermutter eines Tages ganz aufgeregt erzählte, sie hätte einen Anruf von einer Frau erhalten, die aber nur Englisch sprach. Weil sie aber nur ihren eigenen Namen verstand, glaubte sie an einen schlechten Witz und hat sich fürchterlich darüber aufgeregt. Einige Monate später (05.09.95) erhielt sie einen Brief aus Amerika (Reedsburg/Wisconsin), dessen Absender ebenfalls ihren Namen trug. Um uns ein Bild von der Sache zu machen, baten wir sie, uns den Brief doch einmal zu zeigen. Tatsächlich war er Brief mit Lee Gnatzig unterzeichnet - er war allerdings in deutscher Sprache geschrieben. Diese/r Lee Gnatzig fragte nach Personen, die ebenfalls Gnatzig hießen. Wir versprachen meiner Schwiegermutter, uns um den Brief und seine Beantwortung zu kümmern. Aber wie's so ist, der Brief blieb liegen und somit auch seine Beantwortung. Durch irgendeinen Zufall fiel uns der Brief wieder in die Hände und wir baten meine Schwiegermutter, den Ahnenpass ihres Mannes mitzubringen, um hier eventuell die nachgefragten Personen zu finden. - Fehlanzeige! So machten wir uns daran, unseren ersten Brief in Englisch zu schreiben und Lee Gnatzig mitzuteilen, dass wir zwar die gesuchten Personen nicht kennen, dafür aber andere, die ihm vielleicht unbekannt wären. In der Antwort auf unseren Brief stellte sich Lee als Mr. Gnatzig vor und eröffnete uns, dass es noch mehr Gnatzigs in Deutschland gäbe. Daraus ergab sich eine längere Brief-Korrespondenz - in Englisch und ein intensiver Telefon-Kontakt zu den Gnatzigs in Luthe. Dabei stellte sich heraus, dass der Ururgroßvater ebenfalls aus Schmolsin stammte. In einem der Briefe fragte Lee uns, ob wir eine email-Adresse hätten. Ha, wir  hatten zu der Zeit zwar schon einen Computer, aber email konnten wir gerade einmal schreiben, wussten aber nicht genau, wie das funktionierte. Im März 1996 erhielten dann wir einen Anruf von einem wildfremden Menschen aus Hamburg. Er teilte uns mit, dass er eine email aus Amerika für uns hätte ?????. Die Tochter eines Nachbarn machte gerade ihren Austausch in Amerika, deshalb hatte er sich einen email-Account bei t-online geben lassen. Also fragten wir ihn, ob wir seinen Account benutzen könnten, um die mail zu beantworten. Wenn wir eher gewusst hätten, wie einfach das ist - knapp 1 Minute für einen Brief nach Amerika, wir hätten damals schon einen Account gehabt. Um's kurz zu machen - am 23.03. 1996 schickten wir unsere erste mail via aol.com nach Wisconsin. Was das alles mit Genealogie zu tun hat? Wir ahnten das damals auch noch nicht :-)
Jener Lee Gnatzig hatte in seinem ersten Brief erwähnt, dass sein Urgroßvater 1842 in Schmolsin (heutiges Polen) geboren ist. Wie dem Ahnenpass meines Schwiegervaters zu entnehmen war, war der Ururgroßvater meiner Frau ebenfalls aus Schmolsin! Unsere erste genealogische Tat bestand darin, eine Karte von Polen zu kaufen, in der Schmolsin zu finden war - ist gelungen. Nun hatten wir zwar einige Daten von Lee Gnatzig bekommen und alles, was wir bis jetzt hatten, deutete darauf hin, das die drei Familien irgendwie miteinander verwandt sind, aber eben das reichte uns nicht. Also fingen wir an, alles aufzulisten, was zu finden war - höchst unbefriedigend. Zu diesem Zeitpunkt verging kein Wochenende ohne mails und Treffen im Privaten Chat-Raum, um Privates und Neues aus der Familien-Chronik auszutauschen. All dies hatte natürlich noch nichts mit Genealogie zu tun - war nur interessehalber :-)  -  wenn wir bloß etwas geahnt hätten. Irgendwie kamen wir nicht weiter. Da erinnerten wir uns an eine alte Freundin, die, bevor wir sie aus den Augen verloren, das Historic Emigration Office in Hamburg (HEO) geleitet hatte. Die Telefonnummer war schnell gewählt. Und siehe da, in der Zwischenzeit hatte sie das Büro vollständig übernommen und half uns mit einer Adresse, über die wir Informationen über Schmolsin bekommen konnten. Diese kamen in Form einer mehrere Seiten umfassenden Kopie, in der unter anderem die Hofbesitzer in Virchenzin   aufgeführt waren - ein Martin Gnatzig war auch dabei (ein Name, den wir schon kannten).  Die Freundin ermöglichte es uns, einen Blick in die Passagierlisten der Auswanderer-Schiffe zu werfen - auch hier wurden wir fündig. Aber auch das brachte uns nicht viel weiter. Der Tipp der Freundin, dass wir uns an die Mormonen (LDS) in Hamburg wenden sollten, brachte endlich den Durchbruch - aber auch die Arbeit :-)  Nach dem ersten Termin hatten wir schon ein paar Namen mehr und den Bestellschein für zwei Microfilme, die aus Saltlake City kommen sollten. Vier Wochen später war es dann soweit, die Filme waren da und wir saßen vor einem Bildsichtgerät und durchforsteten ca 1.000 mehr oder weniger lesbare Seiten in deutscher Schrift. Von allen wichtigen Seiten ließen wir uns Kopien anfertigen, die wir dann zu Hause scannten und säuberten, um sie besser lesbar   zu machen. Daraus sind mittlerweile 5 Jahre Arbeit geworden (natürlich mit größeren Pausen). Am 21. 11. 2000 haben wir einen Teil der Chronologie endlich abgeschlossen - oder auch nicht? - wer weiß!

2004 hatte ich endlich Gelegenheit die Orte der Forschungen zu besuchen - Polenreise 2004


2000! Wir haben es geschafft! Ein glücklicher Umstand bescherte uns die nötige finanzielle Sicherung unseres lange geplanten Amerika-Besuchs. Eine lange Phase der Plannung stand uns bevor. Über das Internet versuchten wir bei Extended Stay America in Madison / Wisconsin und Umgebung eine Unterkunft zu finden. Ein Problem war der Zielflughafen. Wir mussten nach Middleton/Madison, aber dorthin gab es keine Flüge. So mussten wir notgedrungen über Chicago fliegen. Jetzt folgte eine Zeit der Information über Wisconsin - Reisemesse - Bücher - Karten - Internet. Am 21.07. war es dann endlich soweit - 8½ Stunden Flug über den großen Teich. 4 Wochen Wisconsin erwarteten uns. Hier ein Paar Bilder!!

Rück - 16.08.

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